Von: Wunner, Ulrich
Betreff: AW: AW: Obb.-Kulturtage
Gesendet: 4. März 2013 15:38

 


 

Sehr geehrter Herr Mühlbacher,

entschuldigen Sie die verspätete Antwort, ich war letzte Woche im Urlaub. Also zu Ihren Fragen:
Jedes Hochwasser führt eine mehr oder minder erhöhte Schwebstofffracht und stellt für Fische ein Katastrophenereignis dar. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass infolge der höheren Vorflut bei einem Hochwasser die Schleppspannung deutlich erhöht ist, mitgeführte Feinteilchen werden somit mit der Welle abgetrieben und werden quasi verdünnt. Noch viel schädigender ist indes, wenn bei Niedrigwasser dem Fluss Feinteile zugegeben werden (beispielsweise bei einer Bauwasserhaltung oder auch bei Ihrer Versuchsanstellung), sie finden sich dann in unnatürlich hoher Konzentration und können - und das ist erwiesen - bei Fischbeständen wirklich erhebliche Ausfälle verursachen. Die von Ihnen beschriebene Baustelle an der Traun hat ohne allen Zweifel zu signifikanten Beeinträchtigungen des Fischbestandes geführt - hier mußten auch entsprechende Entschädigungszahlungen vom Verursacher geleistet werden. Ich muss Ihnen von daher nach wie vor von Ihrem Vorhaben abraten, schon deshalb, weil sich der Bezirk Oberbayern, als Veranstalter der Kulturtage, es nicht leisten könnte, einen Umweltschaden zu verursachen - da würden wir uns alle keinen Gefallen tun. Ich hoffe Sie haben hierfür Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen

Dr.Wunner
Fischereidirektor