Von: Staufer, Claudia
Betreff: Kunstprojekt Weiße-Rote Traun
Gesendet: 25. März 2013 08:25:23 MEZ

 


 

Sehr geehrter Herr Mühlbacher,

gegenüber dem Kunstprojekt mit der von Ihnen angegebenen Einbringungsmenge hat das Wasserwirtschaftsamt große Bedenken, da aufgrund der großen Mengen an Gesteinsmehl und Ziegelmehl ökologische Beeinträchtigungen und einen negativen Einfluss auf Fische und Kleinlebwesen befürchtet werden. Die genannten Mengen von 1600 kg Gesteins- bzw. Ziegelmehl bewirken eine Schwebstoffkonzentration von 250 mg/l bei einer angenommenen Wasserführung von 7 m³/s (Abfluss am 18.07.12). Es handelt sich dabei um Konzentrationen, die z.B. in der Tiroler Achen nur bei Hochwässern auftreten und die sich auf die Fischpopulation als Stressfaktor auswirkt und zu einer Schädigung der Kiemen führt. Es ist außerdem zu befürchten, dass sich das Gesteinsmehl an einem Abschnitt mit verringerter Fließgeschwindigkeit ablagert (z.B. am Seiboldsorfer Wehr) und dort zu einer Kolmatierung des Kieslückensystems führt, was eine Lebensraumverschlechterung für die Kleinlebewesen zur Folge hat.

Aus Sicht des Wasserwirtschaftsamtes ist es erforderlich bei dem Projekt eine Schwebstoffkonzentration von 25 mg/l einzuhalten, wie es die Fischgewässerqualitätsverordnung für die Traun als Salmonidengewässer vorsieht. Nach dortigen Berechnungen ergibt sich daraus bei einer Wasserführung von 7m³/s eine mögliche Einbringungsmenge von 160 kg Gesteinsmehl und bei einer abweichenden Wasserführung der Traun eine entsprechend angepasste Menge.

Im Übrigen sind die unterhalb gelegenen Triebwerksbetreiber am Seiboldsdorfer Mühlbach bzw. Traunkanal zu beteiligen, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich das Material im Bereich der Triebwerke ablagert.

Wir bitten um Rückmeldung, ob bei der vom Wasserwirtschaftsamt als max. vertretbar angesehenen Menge von insgesamt 160 kg (bzw. weniger je nach Wasserführung) das Projekt noch realisiert werden kann.

Unabhängig von der wasserwirtschaftlichen Beurteilung wären Herr Dr. Wunner nochmals zu befragen sowie der Fischereiberechtigte und die o. g. Triebwerksbetreiber.

Wenn Ihnen diese Beteiligten grünes Licht signalisieren, erscheint ein Erlaubnisantrag aussichtsreich.

Claudia Staufer

Landratsamt Traunstein